Titelbild
www.gemeinde-michendorf.de - Die private Webseite für die Ortsteilen Michendorf, Wildenbruch, Langerwisch, Wilhelmshorst, Fresdorf und Stücken
Standort: >>> Startseite >>> Neues >>> Heimatgeschichte >>> Die Menschen >>> Die Mark Brandenburg von 1000 bis 1157

Literatur: Die Mark Brandenburg, Johannes Schultze, Band 1 bis 5

Geschichte unserer Heimat von 1000 bis 1157
1157 - dem Jahr der Geburt der Mark Brandenburg

1003
» Wirinhar, Lothars Sohn wird 1003 neuer Markgraf, wird aber auf Grund eines Mordes 1009 abgesetzt. Die Markgrafschaft erhielt Graf » Bernhardt I. von Haldensleben, der Sohn des ersten Markgrafen der Nordmark, Dietrich, von dem sich weiter auf den Sohn » Bernhardt II., dann auf den Enkel » Wilhelm vererbte. Wilhelm starb bei wieder aufflammenden Auseinandersetzungen zwischen den Sachsen und den Lutizen, er wer der letzte Markgraf aus dem Hause Haldensleben.

1033
beginnen wieder Überfälle der Lutizen auf das deutsche Territorium und daraus folgende Vergeltungsmaßnahmen von deutscher Seite, die sich das ganze Jahrhundert hinziehen. Im Brennpunkt stand 20 Jsahre die Burg Werben an der Elbe, westlich von Havelberg. Dabei viel bei den Lutizen besonders der religöse Fanatismus auf, der sich in der Zerstörung und Schändung christliccher Symole äußerte. » König Konrad war darüber so ergrimmt, dass er in vorderster Reihe kämpfte und die Gefangenen wegen des gottlosen Frevels entsprechend verstümmeln ließ.
Die Nachberen im Norden, die Abodriten, waren bereits bekehrt und und überzeugte Christen. Benachbarte Lutizenstämme in der Prignitz, die Linen und die Bewohner der Peenelandschaft schlossen sich dem an. Der Aboritenfürst Mistivoi, mit getauften Namen Gottschalk erbaute viele Kirchen und Klöster, darunter auch ein Kloster in Lenzen in der Prignitz, das erste Kloster auf den Boden der Mark Brandenburg.
Während dieser vielen Kämpfe fiel 1056 der Markgraf Wilhelm von Haldensleben im Havelwinkel bei einer Burg namens Prizlawa.
Aber auch Gottschalk kam bei Kämpfen mit den sich wieder verbündeten Lutizenstämmen bei Lenzen, 1066 ums Leben! Mit Ihm zerviel auch wieder der christliche Glaube im nördlichen Nachbarland. Als einzigste Gegenmaßnahme drang Bischof Buchard von Halberstadt im Winter 1067/68 in das Lutizenland ein und zerstörte das Nationalheiligtum der Lutizen in Rethra und entwendete das heilige Roß.
Danach beruhigt sich die Lage. Die Lutizenstämme hatten großen Blutzoll geleistet auch bei Kämpfen untereinander.

» Lothar Udo I. von Stade
» Lothar Udo II. von Stade
» Heinrich I. der Lange von Stade
» Lothar Udo III. von Stade
» Rudolf I.
» Helferich von Plötzkau

Ab 1114
gab es wieder Heereszüge von deutscher Seite vom Sachsenherzog Lothar im Bunde mit dem Markgrafen der Nordmark,
» Heinrich II. von Staade, gegen die heidnischen Lutizenstämme. 1128 viel dessen Hauptort mit dem Tempel.

1115
besiegte Otto von Ballststedt ein Heer von Wenden das die Elbe überschritten hatte, unweit von Köthen. Den Sieg nutzte Otto um seinerseitss die Elbe zu überqueren und die Gegend um Rosslau, Koswig, Lindau, Belzig bis hin zur Zauche zu besetzen. Das sogenannte Zerbstgau, das sich später im anhaltinischen Besitz befand und dauernd darin verblieb. Diese Gebietserwerbung im ostelbischen Slawenlande, machte die Anhaltiner zu Nachbarn der Brandenburger Havelherrscher, denen ja die Zauche bald gehören wird.

1100
wird » Albrecht der Bär als Sohn von Graf Otto von Ballstedt († 1123), genannt der Reiche, und Eilica, Tochter und Miterbin des letzten Billungers Herzog Magnus von Sachsen († 1142) auf der Bärenburg d.h. Bernburg geboren. Deshalb der Beinamen "der Bär". Die Familie war durch glücklichen Erwerb von Gütern und Rechten im 11. Jahrhundert zu großen Ansehen emporgestiegen. Eilicia war Erbin vom Nordthüringgau bis in die Umgebung von Bremen, dem Balsamland und der Wische. Otto besaß seit 1112 den Bezirk Salzwedel und seit 1115, durch den Sieg bei Köthen ein ansehnliches Herrschaftsgebiet östlich der Elbe (bis an die Zauche reichend), das dauernd in anhaltinischem Besitz blieb und weitere Aussichten nach allen Seiten hin eröffnete.

1124,
ein Jahr nach dem Tode seines Vaters Ottos (1123) ist Albrecht in die Mark Lausitz eingefallen und hat sich gewaltsam der Markgrafschaft bemächtigt.

1127
übernimmt der Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich mit seiner Frau Petrissa die Herrschaft auf der Brandenburg Das Fürstenpaar war christlich getauft und lebte auch nach diesem Glauben, das Volk lebte noch im alt hergebrachten Glauben. Ein schwer erklärbarer Gegensatz. Man nimmt an, dass Albrecht die Hand bei der Krönung im Spiel hatte, so läßt es sich auch erklären, dass das Paar Albrechts ältesten Sohn Otto, kurz danach, die im Norden an das askanische Einflußgebiet liegende Zauche !!! als Patengeschenk übereignete. Seitdem gilt die Zauche als persönlicher Grundbesitz der askanischen Familie.
Die entstandene Freundschaft zwischen Albrecht und den wendischen Fürstenpaar, hat ihn zum ersten zu der späteren Herrschaft über das Havelland verholfen und zweitens zur Gründung der Mark Brandenburg geführt.

1128
starb der Markgraf der Nordmark, Heinrich II. von Stade, Albrechts Schwager. Albrecht fühlte sich als Erbe. Allerdings gabe es noch einen Vetter, » Udo IV. von Freckleben. Es kam zwischen den beiden zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Albrechts Anhänger töteten Udo 1130. Die Tat entzog Albrecht der Gunst des Königs. 1131 zum Reichstag in Lüttich wird als Markgraf der Lausitz wieder Heinrich von Groitzsch, den Albrecht 1124 vertrieben hatte, eingesetzt. Markgraf der Nordmark wird Graf » Konrad von Plötzkau, ein naher Verwandte aus dem Hause der Stader.
Um die königliche Gnade wieder zu erlangen, nahm Albrecht am Romzug » König Lothars 1132/33 teil, mit Erfolg! Als Konrad 1133 in Italien fiel, wurde » Albrecht der Bär 1134 zum Reichstag in Halberstadt, mit der Belehnung als Markgraf der Nordmark bedacht. Er übernahm also die Reichsgewalt über das östliche Lutizenland von der Peene bis zur Lausitz.

1147
begann der christliche Kreuzzug gegen die wendischen Heiden, parallel zu den Vorbereitungen zum 2. Palästinakreuzzug. Bernhard von Clairvaux hat ihn als gleiche Christenpflicht gepredigt, der Papst segnete der Kreuzzug gegen die Wenden (Slawen). Am Kreuzzug nahmen auch Dänen und Polen teil. Dabei ging es nicht nur um religiöse Ziele, höchst reale Absicht der Teilnehmer war der Erwerb von Land und Herrschaftsrechten. Das Kreuzheer teilte sich in zwei Gruppen, das eine zog nach Norden zu den Abodriten, das andere sammelte sich in Magdeburg und zog nach Havelberg. Hier konnte Bischof Anselm von Havelberg zum ersten Male sein Bischofsitz betreten um ihn dauernd zu behaupten.
Während Albrecht sich mit der Einnahme das Burgwards in Havelberg begnügte drangen deutsche Edelherren in Sonderunternehmungen zwischen Elde, Rhinluch und Rhin vor und gründeten kleine Herrschaften, die allerdings nicht lange von Bestand waren.
Die Lage um Havelberg war endgültig gesichert, in den Teile der späteren Mark - die Landschaften Prignitz und Ruppin wurden die Grundlage für die alsbaldige eisnetzende Neusiedlung geschaffen.
Das Hauptheer der Kreuzzügler, mit Albrecht zog von Havelberg ins Kerngebiet der Lutizen, die Peenelandschaft vor. Über Demmin, nach Stettin in den Herrschaftsbereich der bereits christlichen Pommern lief es sich fest.
Das Besondere an diesem Kreuzzug und den Verwüstungen ist der Umstand, dass das Havelland und deren Umgebung von all dem verschont blieb, obwohl die Heveller ihren alten heidnischen Glauben weiter ausübten und die Landschaft direkt an deutsche Herrschaftsbereiche anschloss. Fürst Pribislaw-Heinrich von der Brandenburg, Fürst über das Havelland, tat alles, um seinen christlichen Glauben öffentlich zu zeigen, so beseitigte er das in Brandenburg verehrte Bild des dreiköpfigen Triglaw, legte mit seiner Frau das königliche Diadem auf den Leitzkauer Petrusaltar nieder und holte 9 Geistliche aus Leitzkau an die Brandenburg und beschenkte diese reichlich. Vorsichtsmaßnahmen, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Des weiteren hatte Heinrich und seine Frau Albrecht als ihren Nachfolger (im geheimen) bestimmt. Wer zerstört schon sein späteres Eigentum!?

1150
Albrecht sicherte sich auch sein Eigentum im Osten ab. Bereits 1150 zog er mit seinem Sohn zu benachbarten polnischen Grafen und regelte dort die territorialen Einflussgebiete. Besiegelt wurde dies alles mit der Heirat seines Sohnes Otto, dem Besitzer der Zauche, mit der polnischen Schwester der Grafen, Judith.
Im selben Jahr 1150, wird Bischof Anselm von Havelberg und das Bistum unter königlichen Schutz gestellt sowie der Wunsch Anselms erfüllt, die Neubesiedlung der gewonnenen Ostgebiete königlich zu besiegeln.
Ebenfalls 1150 stirbt Pribislaw-Heinrich, Fürst von Brandenburg. Gemäß der Abmachung zwischen Heinrich und Albrecht dem Bären übernimmt dieser die Brandenburg, besetzt die Burg mit deutschen und wendischen Soldaten und zieht weiter. Brandenburg hört damit auf, ein ständig besetzter Fürstensitz zu sein.
Kurz nach diesen Ereignissen wird die Brandenburg von einem angeblichen Erbe Heinrichs besetzt, einen Polen Namens Jacsko (und damit auch Christ).

Das historische Jahr 1157
Erst 7 Jahre später, genauer am 11. Juni 1157 erobert Albrecht der Bär die Brandenburg zurück, findet aber eine wendisch-heidnische Besatzung vor. Von Jacsko eine Spur. Noch im selben Jahr werden neue » Siegel und Stempel von Albrecht und seinem ältesten Sohn Otto mit dem Titel "Markgraf in Brandenburg" oder "Brandenburger Markgraf" gestochen. Damit ist der 11. Juni 1157 die Geburtsstunde der Mark Brandenburg. Link zur Karte der "Urmark"
Im Titel den sich die beiden zulegten ist bereits eine Wandlung zu entnehmen. Waren das Markgrafentum von jeher ein königliches Amtslehen, das dem Inhaber als Stellvertreter des Königs die Amtsausübung der Reichsgewalt in dem ihm zugeteilten Markgebiet zuwies, so zeigt sich hier ein grundlegende Wandlung in Wesen und Bedeutung der Markgrafschaft, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der allgemeinen reichsrechtlichen Entwicklung, der Umwandlung der Amtslehen in Landesherrschaften stand.
Gleichzeitig hat sich damit auch die Nordmark nahezu vollständig in territorialer Hinsicht aufgelöst. Der nördliche Teil, das Land um Peene, Tollense und Ucker standen unter Pommerscher Herrschaft, zwischen Elde und Rhinluch hatten deutsche Edelherren als Kreuzzugsgewinn selbstständige Herrschaften begründet, das Erzbistum Magdeburg hatte den ganzen Havelwinkel und das Land Jüterbogk in Besitz genommen. Die östlichen Gebiete an der Spree wurden warscheinlich von Jaczo beherrscht. Die Zauche war in Besitz der Askanier (Otto). Bleibt einzig und allein nur noch das Havelland übrig, von dem nun die Askanier als Erben des Hevelerfürsten Besitz ergriffen. Die Nordmark hatte aufgehört zu existieren!!! Sie war von der Reichskarte verschwunden und tritt auch in der Folgezeit nicht mehr in Erscheinung!

0 bis 1000 n.Chr. <<< 1000 - 1157 >>> 1158 - 1220

 

Standort: >>> Startseite >>> Neues >>> Heimatgeschichte >>> Die Menschen >>> Die Mark Brandenburg von 1000 bis 1157
© Holger Kielblock 1999 - 2017, www.gemeinde-michendorf.de ist eine privat betriebene und finanzierte Webseite