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Literatur: Die Mark Brandenburg, Johannes Schultze, Band 1 bis 5

Geschichte unserer Heimat, der Mark Brandenburg
von 1157, dem Geburtsjahr der Mark, bis 1220

1165
wird in Brandenburg der Grundstein zum Dombau gelegt.

1170
stirbt Albrecht der Bär. Albrecht galt als ein hervorragende Persönlichkeit der ganzen mittelalterlichen Geschichte Deutschlands. Sein ältester Sohn » Otto (er hatte 7 Kinder) wird Markgraf von Brandenburg. Nach seinem Tode begann der innere Ausbau des Landes (Zauche, Havelland), für die Ausbildung eines neuen märkischen Volkstums in seinen sozialen Schichtungen und Eigenheiten in Charakter, Sprache und Sitten.
Die Neubesiedlung war voll im Gange. Diese Neusiedler kamen zum größten Teil vom Niederrhein, Holland, Seeland und Flandern. Eine Vertreibung oder gar Ausrottung der einheimischen Bevölkerung, der Wenden, fand nicht statt!!! Deutsche, Neusiedler und Wenden lebten in der Zauche und im Havelland, also in der Mark Brandenburg, miteinander. Ende des 12. Jahrhunderts war die vorherrschende Mundart bereits deutsch. Es bildeten sich in der Landbevölkerung 3 wirtschaftlich und sozial streng getrennte Schichten heraus.
1. Die Ritterschaft, auf meist befestigten, von den Dörfern isolierten Wohnsitzen angesessen, besaßen sie abgabefreien Landbesitz (3-6 Hufen) als Lehen und war dafür dem Landesherren zum Waffendienst verpflichtet. Zum Teil verfügten die Angehörigen schon von Anfang an grundherrliche Rechte an den von ihnen gegründeten Dörfern.
2. Die Bauern, welche die Dorffluren nutzten und von ihren Hufenanteil den Grundzins, Zehnten oder sonstige Abgaben zu leisten hatten. Eine Sonderstellung nahm der Schulze als Dorfrichter ein. Ihm gebührte ein stattlicher zinsfreier Hufenanteil als erbliches Lehen. Der Lehnschulze war dafür verpflichtet den Lehnsherren bei Bedarf ein Pferd zu stellen.
3. Die Kossäten, die nur ein Häuschen (Kate) mit Gartenland ihr Eigen nannten, weder Anteil an der Feldmark, noch Spanvieh besaßen. Ein Landarbeiterstand den die Siedler vom Niederrhein in die Mark gebracht hatten.
Eine besondere Klasse bildeten die Wenden, soweit sie für sich in geschlossenen Siedlungen an den alten Lebensbedingungen und zum Teil auch Religion festhielten. Hierzu zählten die Kietze (Slawische [Fischer-]Siedlung), Fischer und Zeidler (Honigsammler). Ein großer Teil ist jedoch in den genannten 3 Schichten aufgegangen.

1180
erhällt die Mark Brandenburg ihr erstes Kloster, indem Markgraf Otto in seinem Eigenbesitzung, der Zauche, in Ort Lehnin die Ausstattung für eine Niederlassung der Zisterzienser wie in Zinna stiftete. 1184 stirbt Otto und wird in Lehnin begraben.

1184
» Otto II. der Freigiebige, ein Stiefbruder Albrechts wird Markgraf. Markgraf Otto II. schenkte zusammen mit seinem Bruder Heinrich den ganzen askanischen Familienbesitz der Kirche und das ohne jegliche Gegenleistung. Der Erzstift Magdeburg erhielt so die Burgen und Städte Gardelegen , Salzwedel, die Burgwarde Kalbe an der Milde, Arneburg, Tangermünde, Osterburg, die Probstei Stendal, die Stadt Stendal, Seehausen, Bambissen, Werben, die Neustadt Brandenburg (südlich der Havel), die Länder Zauche und Schollene. Der Kaiser bestätigte die Schenkungen, verfügte aber, dass alle Burgen und Städte nach Ablauf von 1 Jahr und 6 Wochen seit der Übertragung den Markgraf als erbliches Lehen zurückzugeben sind.
Um 1197-1199 unternahm Otto II. Feldzüge von Brandenburg aus gegen Pommern und unterwarf einige Slawenstämme. Ziel war es die Herrschaft nach Norden auszudehnen. 1199 erkannte der neue » Welfenkönig Otto IV. die Lehnshoheit der Brandenburger über Pommern an, doch von Dauer war dies nicht. Die Dänen und pommersche Herzöge eroberten das Gebiet zurück. Am 4. Juli 1205 stirbt Otto der II. und wird wahrscheinlich im Kloster Lehnin begraben.

1205
wird ein Stiefbruder Ottos Markgraf, Albrecht II. Er heiratete im gleichen Jahr die Tochter des Markgrafen Konrads von der Lausitz, Mechthild. Albrecht war 1190 bei der Grüdung des » Deutschen Ritterordens in Akkon dabei. Er wird als kriegerischer Mann bezeichnet, der gewaltige Kriege gegen Pommern und Magdeburg führte. Eine wichtige Erwerbung waren die Burg und Stadt Osterburg und die Grafschaft Grieben, südlich von Tangermünde. Im ersten Jahrzehnt seiner Herrschaft wurde er durch das Vordringen der Dänen gegen Pommern und an der Elbe in Anspruch genommen. Gegen 1212 lieferte er sich Kämpfe um Oderberg an der Oder. Dort erbaute er auch eine Burg! Die Eroberung Oderbergs ist das erste Zeugnis von der Besitzergreifung des Barnims durch die Askanier.
Der weitere Kriegsschauplatz an der Elbe entstand durch ein Bündnis des Edlen von Gans, den Herren der nördlichen Prignitz, mit den Dänen. Daraufhin wurde er von den schweriner Grafen überfallen, das brachte die verbündeten Dänen auf, die nun den Schweriner angriffen. Jetzt greift Albrecht II. ein, der zur Hilfe gerufen wird. Im Endeffekt verliert der Edle von Gans seine ganzen Besitzungen. Albrecht bekommt Lenzen, Wittenberge und Pritzwalk, gibt Lenzen aber seinen Kampfgenossen, dem Schweriner Lenzen als Lehen (1219) und Wittenberge bekam der Edle von Gans als Lehen! Die Dänen ließen ihren Verbündeten nun völlig im Stich. So bekam Albrecht eine für die Zukunft entscheidende Machtstellung in der Prignitz. Durch den Besitz des Pritzwalker Gebietes wurden die Askanier Nachbarn Mecklenburgs.
1216 waren Trebbin, Saarmund, Friesack, Bellin, Kremmen, Bötzow und Zehdenick in fester deutscher Hand, d.h. in askanischem Besitz!
1220 stirbt Albrecht II. im Alter von 70 Jahren und wird im Kloster Lehnin begraben. Er hatte 3 Kinder, ein Mädchen Mechthild und 2 Jungen, Johann und Otto III. Die beiden Jungen sollten in einzigartiger Weise miteinander verbunden bleiben und sich zu den tatkräftigsten Regenten entwickeln, die das askanische Geschlecht hervorgebracht hatte!

 

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