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Literatur: Die Mark Brandenburg, Johannes Schultze, Band 1 bis 5

Geschichte unserer Heimat, der Mark Brandenburg
Johann I. und Otto III. von 1220 bis 1267

1220 beim Tod des Markgrafen waren die beiden Söhne 7 und 6 Jahre alt. Die Lehnsvormundschaft kam König Friedrich II. zu, der dies dem Erzbischof von Magdeburg übertrug. Die persönliche Vormundschaft der Knaben wurden Graf » Heinrich I. von Anhalt, der Sohn des Sachsenherzogs Bernhardt und Vetter des Vaters übertragen. Bereits 1221 kaufte die Mutter, Markgräfin Mechthild, eine kluge und energische Frau, den Erzbischof für 1900 Mark in Silber die Vormundschaft ab. Damit übernahm der persöhnliche Vormund, Graf Heinrich die Regentschaft in der Mark. Die Mutter entledigte sich bereits 1225 diesen Vormund. Die Geschicke im Land führte nun sie, gemeinsam mit ihren Söhnen, so wurden sie schon in jungen Alter an die Pflichten herangeführt, mit Erfolg! Ende 1225 urkundete » Johann allein zugleich im Namen des Bruders » Otto, er muss also um diese Zeit, etwa zwölfjährig, mündig geworden sein.
Gegen 1230 heirateten die Brüder. Johann heiratete Sophia, Tochter Waldemars II. König von Dänemark. Otto heiratete Beatrix, Tochter König Wenzels von Böhmen. Aus beiden Heiraten ergab sich in der Folgezeit eine enge Verbindung Brandenburgs mit den Heimatländern der Markgräfinnen, Dänemark und Böhmen! Die Mitgift Sophieas war die Hälfte des Landes Wolgast, Beatrix brachte die Oberlausitz ein (Land Görlitz und Bautzen). Später, 1262 wird die Oberlausitz Lehnbesitz der Askanier.
1231 erhielten die Brüder 17 und 18 Jahre alt den Ritterschlag. Gegen Ende des Jahres begaben sie sich nach Ravenna zum » Kaiser Friedrich ll., der Johann und auch den Bruder Otto, für den Fall eines frühzeitigen Ablebens Johanns, mit der Mark Brandenburg belehnte. Am wichtigsten war jedoch, dass er ihnen die Lehnshoheit über Pommern, wie sie der Vater und die Vorfahren besessen hätten, bestätigte! Damit hatten die Brandenburger, ohne an den Kämpfen gegen die Dänen aktiv beteiligt gewesen zu sein, doch den Nutzen aus der Niederlage der Dänen gezogen.
1236 schlossen die Brüder einen Vertrag mit den Pommernherzögen Wartislaw III. und Barnim I. im Kremmen ab. Wartislaw bekam sein Land als Lehen von den Markgrafen und trat gleichzeitig Land, das an der Oberhavel grenzende Gebiet Stargard, Berseritz und Wustrow an die Markgrafen ab. Sollten die Pommernfürsten kinderlos sei, würden die Askanier zusätzlich die Stadt und Burg Demmin mit all deren Gütern bekommen. Damit verschob sich die askanische Herrschaft bis dicht an das Peeneland. Ein Ziel das auch schon Albrecht der Bär, ohne Erfolg, verfolgte; nun wurde es verwirklicht!
In den vierten Jahrzehnt der Jahrhunderts kauften Die Brüder das südliche Uckerland bis zur Welse, das heißt das Gebiet um Schwedt und Angermünde. Die Schorfheide mit dem Werbelinsee war bereits vordem in Besitz der Askanier.
1250 kam der Rest der Uckermark hinzu. Als Grenze im Osten und Norden wurde der Randowbruch, die Löcknitz bis zur Ucker und von dieser in gerade Linie bis zur Zarow (die in das Stettiner Haff mündet) festgelegt. Im Westen grenzte das Land an das Brandenburger Gebiet um Stargard.
Damit war das ganze Gebiet der lutizischen Uckerer, das mit dem Gebiet der Tollensen und Radarier den nördlichen Teil der alten Nordmark gebildet hatte, der Mark Brandenburg angegliedert. Das Gebiet war durch die Siedlungstätigkeit der Pommernherzöge bereits deutsches Land, so bekam die Stadt Prenzlau bereits 1235 ein Stadtwesen nach Magdeburger Recht.
1239 besetzten die Brandenburger Köpenick und Mittenwalde, Gebiete die der Markgraf Heinrich von Meißen beanspruchte, als auch der Erzbischof von Magdeburg. 1240 entbrannten dadurch heftige Kä;mpfe zwischen den Parteien. Letztlich gab es in den entscheidenden Schlachten glänzende Siege der Brandenburger, die durch die Erfolge ständig an Ansehen gewannen. Die Kampfhandlungen wurden 1243 von den verbündeten Markgrafen von Meißen mit dem Erzbischof von Magdeburg wieder aufgenommen. Sie verwüsteten Wolmirstedt, drangen in den Teltow vor und 1244 sogar in das Havelland. Über Plaue drangen sie bis kurz vor Brandenburg. Hier stellte sich Markgraf Otto entgegen und erfocht einen glänzenden Sieg, der den Feind in wilder Flucht aus dem Lande trieb.
1245 wurde Frieden zwischen dem Erzbischof und dem Meißner einerseits und den Brandenburger geschlossen. Gewonnen hatten die Brandenburger, deren Ansehen ständig weiter stieg. Die Gebiete um Köpenick, Mittenwalde und den östlichen Teltow blieben in ihrer Hand. Die weltliche Herrschaft der Askanier hatte dann auch die kirchliche Verbindung dieses Bezirkes mit dem Bistum Brandenburg zur Folge.
Um 1250 gelangten die Markgrafen , gemeinsam mit dem Erzbischof von Magdeburg in den Besitz des Landes Lebus. 1287 ging der magdeburger Anteil als nicht eingelöster Pfand ebenfalls an die askanischen Markgrafen. Markgraf Johann gründete gleich nach Inbesitznahme des Landes Lebus den Ort Frankfurt, der bereits 1253 Stadtrecht erhielt.
Für ihre vielen Verdienste erhielten die Brüder 1252 vom deutschen König: Wilhelm von Holland die Stadt Lübeck, gegen deren Willen, als Lehen.
1259 erwarb man als Lehen Burg und Städtchen Alversleben sowie das Land Jerichow. Dieser Besitz im Elbe-Havelwinkel ging 1354 allerdings wieder verloren.
1257 gründeten die Markgrafen an der Mündung der Kladow in die Warthe, die Stadt Landsberg. 1261 mußte der Deutsche Orden die Städchen Küstrin, Tamsel, Vietz, Tam-Hof und See Soldin an die Markgrafen abtreten.
Markgraf Otto richtete seine Interessen in Richtung Osten. Als Freund des deutschen Ordens unterstützte er diesen bei der Bekehrung der Heiden im Preußenland. Groß angelegt war die Kreuzfahrt, die Otto 1254/55 gemeinsam mit seinem Schwager König Ottokar von Böhmen antrat. Der Zug führte über Elbing bis nach Samland. Er diente zur Unterwerfung und zur Zwangstaufe der Bevölkerung. Dieser Unternehmung verbreitete in ganz Preußen Schrecken. An der Pregelmündung errichteten sie eine Burg. Zu Ehren Ottokars erhielt sie den Namen Königsberg!
1265/66 errichtete Otto südwestlich von Königsberg, am Frischen Haff, eine Weitere Burg mit den Namen „Brandenburg“. Ihr Namen hat bis 1945 als Zeugnis von der ersten Verbindung Brandenburgs mit Preußen bestanden.

Die ausgedehnte Wirksamkeit der markgräflichen Brüder als Städtegründer stellt sie in die Reihe der bedeutendsten Kolonisatoren aller Zeiten. Es sind etwa 30 Städte, die ihre Entstehung oder entscheidende Förderung der beiden Markgrafen verdanken.

In den Städten (civitates) finden wir die Leitung des Gemeinwesens in den Händen eines Rates (consules), während die Rechtsprechung ein Schöffenkollegium ausübte, an deren Spitze der Schultheiss stand. Das Schultheissamt war in der Regel erblicher Besitz des ritterlichen oder bürgerlichen Unternehmers, in dessen Hände Stadtplanung und Ansetzung der Bürger lag. Die Gerichtshoheit übte der Stadtherr, hier der Markgraf, solange bis es einzelne Stadträte gelang, sie durch Kauf oder Pfandweise von den Stadt- oder Lehnsherren an sich zu bringen. Die Bevölkerung der jungen Städte setzte sich aus Westdeutschland stammenden Bürgern, ritterlichen Dienstmannen, Bürgern verschiedenster Stände sowie aus der frühzeitig entstehenden „Bauernüberschuß“, den es in die Städte trieb, zusammen. Die Oberschicht kam fast ausschließlich aus der Altmark, z.B. Stendal und aus westlicher gelegenen Orten, bis hin zum Niederrhein.

1258 – 1260 kam es zur Teilung des Herrschaftsbereiches. Hier dieser Teilung war es Frieden und Eintracht unter den Söhnen sicher zu stellen. Das Reich wurde in 2 gleiche Teile eingeteilt. Nicht nach geographischen Gesichtspunkten, sondern nach Ertrag, Anzahl der Untertanen und Ritter.
Wie bereits unter Johann I. und Otto III. gehandhabt, vertrat der jeweils Älteste die Mark dem Reich gegenüber, dieser war auch Inhaber der Reichskammerwürde dem die Abgabe der Kurstimme bei der Königswahl zustand.

1266 ist Markgraf Johann I.im Alter von 53 Jahren verstorben. Er wurde im Kloster Mariensee, das danach nach Chorin verlegt wurde, beigesetzt.
Am 9. Oktober 1267 folgte ihm der Bruder. Dieser wurde im Dominikanerkloster Strausberg begraben.

 

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